Das Ende der Fast Fashion Industrie. So können wir die Zukunft der Modeindustrie gemeinsam verändern.

22. Mai
Nachhaltigkeit
Produktneuheiten

Hast du schon jemals etwas in den Bekleidungsläden gekauft, nur um dann kurz darauf festzustellen, dass es dann doch nicht passt, oder es aus der Mode gekommen ist oder nach dem ersten Mal waschen kaputt wird? Das Modell dahinter wird als Fast Fashion bezeichnet und bezieht sich auf die stark erhöhte Anzahl an Neukollektionen, das schnelle Kopieren von neuen Modetrends und das Anbieten zu niedrigsten Preisen. Wie kann es sein, dass ein T-Shirt weniger kostet als eine Tasse Milchkaffee? Im nachfolgenden Beitrag beleuchten wir das Phänomen Fast Fashion und welche negativen Auswirkungen dieses Modell auf Umwelt und Mensch hat.

Die globale Fast Fashion Industrie.

Seit dem Jahr 2000 hat sich die Produktion in der Bekleidungsindustrie mehr als verdoppelt und wird laut einer Studie des Report Reportsworld bis zum Jahr 2025 noch weiter ansteigen. Angeführt wird der Fast Fashion Markt von dem schwedischen Bekleidungsunternehmen H&M, dicht gefolgt von der Indidex Group (Zara, Massimo Dutti, Pull&Bear usw.) und Primark. 60 Millionen Menschen arbeiten weltweit in der Bekleidungsindustrie und pro Jahr werden mehr als 80 Milliarden Kleidungsstücke produziert. Das ist angesichts der starken Nachfrage von ca. 60 neuen Kleidungsstücken pro Person und Jahr nicht weiter verwunderlich. 90% der Kleidungsstücke werden in asiatischen Ländern produziert. Als Folge des Fashion Booms landen rund eine Million Tonnen gebrauchte Kleidungsstücke jährlich auf der Müllhalde und in Altkleidercontainern.

Aufgrund der stark wechselnden, saisonalen Trends, werden Produktionszyklen und Lieferketten immer kürzer, was dazu führt, dass Produzenten unter großen zeitlichen Druck geraten und Risiko für die Qualität der Produkte und eingehaltene Lieferzeiten tragen. Das wiederum trägt zu einer massiven Ausbeutung von ArbeiterInnen und Verletzung der Arbeitsrechte von ArbeitnehmerInnen bei.

Im Dokumentarfilm “The True Cost” wird knallhart mit der derzeitigen Fast Fashion Industrie abgerechnet und ein Einblick in den Hintergrund gegeben.

 

Auswirkungen auf die Umwelt…

Wie in unserem letzten Blogartikel zum Thema Kunstfasern schon deutlich wurde, bestehen 70% der Kleidung aus billigen Synthetikfasern, um die Kosten für die Herstellung von Kleidungsstücken möglichst gering zu halten. Bei jedem Waschgang gelangen Mikropartikel an Plastik in unsere Abwässer und verschmutzen damit unsere Meere und die umliegende Natur. Aber auch mit der Ökobilanz von Baumwolle steht es nicht zum Besten. Eine der größten Exportnationen für Textilien ist Indien. Rund um die Region Ahmedabad wird ein Großteil der Baumwolle angebaut, die in der Fertigung der Fasern eingesetzt werden. Für die Baumwollplantagen werden Regenwälder abgeholzt. Neben zahlreichen Düngemitteln und Pflanzengiften, die Wachstum von Baumwolle fördern, ist der Wasserverbrauch auf Baumwollplantagen mit 22.500 Litern pro Kilo Baumwolle sehr hoch. Dazu kommen jede Menge Chemikalien um die Kleidung zu fertigen.

Eine alternative Lösung bietet Bio Baumwolle. Diese verbraucht weniger Wasser und keine künstlichen Pflanzengifte.

Fabriken erzeugen jede Menge verschmutztes Abwasser, welches in die umliegenden Flüsse und Seen abgeführt wird. Die Anzahl der Kläranlagen bzw. die Ressourcen zum Aufbereiten von verunreinigten Wasser sind sehr begrenzt, weshalb die Gewässer vielerorts zu Cocktail aus tötlichen Chemikalien werden. Abwässer gelangen über Felder und Äcker wiederum in das Grundwasser, die von der umliegenden Bevölkerung als einzige Trinkwasserquelle genutzt wird.

…und Auswirkungen auf den Menschen.

Zum ersten Mal wurde die Ausbeutung von ArbeiterInnen in Fabriken laut, als in einem Sommerkleid des Bekleidungsunternehmens Primark ein Etikett mit der Nachricht “Forced to work for exhausting hours” entdeckt wurde.

Geringer Mindestlohn, keine Gewerkschaftsrechte, keine Festanstellung. Das sind nur einige der Merkmale, mit denen sich Textilhersteller in Ländern wie Bangladesch oder China auszeichnen. Für weniger als 2,70€ am Tag, werden dort Shirts, Kleider, Pullover, Jeans usw. gefertigt. Sollten sich ArbeiterInnen damit nicht einverstanden erklären, werden gewalttätige Übergriffe nicht gescheut.

Modelabels haben eine enorme Marktmacht und können den Preis für die Produktion noch weiter drücken, indem sie Druck auf die Regierung ausüben, die wiederum bemüht ist, die heimische Wirtschaft zu stärken.

Der 24. April 2013 war ein schwarzer Tag in der Geschichte der Textilindustrie. An diesem Tag stürzte ein neunstöckiges Fabriksgebäude am Rana Plaza in Dhaka in Bangladesh ein und beherbergte zu diesem Zeitpunkt fünf Textilfirmen. Dieser fahrlässige Einsturz kostete 1138 Menschen das Leben und über 2000 Personen wurden verletzt. Die Organisation “Fashion Revolution”   widmete diesem tragischen Unglück die “Fashion Revolution Week” um auf die Ausbeutung, das Leid und die Intransparenz in der Textilindustrie aufmerksam zu machen.

Das Ende der Fast Fashion Ära?

Die umweltfreundliche Antwort auf Fast Fashion lässt nicht lange auf sich warten. Unter dem Begriff Slow Fashion wird jene Bewegung verstanden, welche die eigene Kleidung, die Menschen dahinter und die Prozessketten wertschätzt.

Was kannst du tun?

1. Achte auf die Labels in deiner Kleidung, dort stehen im besten Fall schon die wichtigsten Informationen darüber, wo das Produkt hergestellt wurde und aus welchen Materialien es gefertigt wird.

2. Achte auf den verarbeitenden Stoff und die Nähte. Meist kannst du anhand der Naht schon feststellen, um welche Qualität es sich handelt.

3. Schätze, was du kaufst. Überleg dir bevor du Dinge kaufst, ob du sie wirklich brauchst, mit welchen anderen Kleidungsstücken sie kombinierbar sind und ob es dich glücklich machen wird. Es ist doch umso schöner, weniger von den richtigen Dingen zu haben, als viel von den falschen.

4. Frage die Marke nach der Herstellung und ob es Zertifizierungen dazu gibt. Wo wird die Kleidung produziert? Welche Entwicklungsschritte sind dazu nötig? Du hast das Recht dazu zu erfahren, woher deine Kleidung überhaupt stammt.

5. Denke aus einer wirtschaftlichen Sicht. Welche Kosten entstehen beim Tragen dieser Kleidung. Seien es gesellschaftliche Kosten, Kosten für den Erhalt der Umwelt oder Kosten für die Qualität der Kleidung.

Wir bei Natural AthletX achten neben den natürlichen Materialien wie Tencel und Bio-Baumwolle auch auf eine nachhaltige Wertschöpfungskette. Produziert wird zu 100% in Europa, nämlich der Türkei, wo wir einen besonderen Augenmerk auf faire Arbeitsbedingungen und Entlohnung gelegt haben.

Fazit

Du als Kunde hast die Macht zu entscheiden, welche Produkte du kaufst und kannst damit die Richtung der Textilindustrie weitestgehend bestimmen.

Du hast eine Stimme. Lass es uns hören, was deine Meinung dazu ist. office@natural-athletx.com.

Danke fürs Lesen und bis bald,

Euer Natural AthletX Team

GESCHRIEBEN VON JÜRGEN

Jürgen ist Founder und CEO von Natural AthletX, liebt Crossfit, Kicken und gutes Essen.

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