Woraus besteht eigentlich meine Sportkleidung?

30. März
Nachhaltigkeit
Produktneuheiten
Ein Label mit den Materialien der Sportkleidung

Hast du dir schon mal Gedanken darüber gemacht, aus welchen Materialien eigentlich deine Sportkleidung besteht?

Ich muss zugeben, ich gehörte bislang zu jener Gruppe Menschen, die die kratzenden “Markerl” aus der Sportkleidung gleich nach dem Kauf sorgsam entfernten und nie wieder einen Gedanken daran verschwendeten, was da denn eigentlich draufstand. Aber eigentlich wusste ich bis dato nicht wirklich, was ich tagtäglich an meinem Körper trug.

3-4x die Woche besuche ich das Crossfit Training und geh auch öfter mal laufen, wandern oder eine Skitour, weshalb ich schon richtig viel Zeit in Sportklamotten verbringe. Dass das Shirt nach dem Sport unangenehm riecht, fand ich ganz normal. Stutzig wurde ich erst, als ich ein Shirt probierte, und ich mich schon vor dem Aufwärmen unwohl fühlte und unangenehm roch. Ein Freund meinte dann, dass das vermutlich an dem hohen Plastik Anteil im Shirt lag.

Warte…PLASTIK IN MEINEM SHIRT???
Spätestens jetzt wurde mir klar, wie wenig Ahnung ich wirklich hatte.

Mehrere Kleidungsstücke übereinander gelegt

Lycra, Nylon, Polyacryl oder Polyester stehen auf den Etiketten meiner Sportkleidung. Das sind synthetische Kunstfasern die aus Kohle, Erdöl und Erdgas hergestellt werden, lese ich aus diversen Blogs und Fachartikeln nachdem ich mal Google dazu befragt hatte. Kunstfasern überzeugen leider mit billigen Herstellungskosten, Pflegeleichtigkeit und der langen Haltbarkeit, was sich eben in der relativ großen Dichte an Sportkleidung aus synthetischen Fasern widerspiegelt. Kurzerhand beschloss ich, meine Sportkleidung im Kleiderschrank nach Kunstfasern zu durchforsten und musste leider feststellen, dass nicht mehr viel davon übrig geblieben ist.

Eine Frau sieht sich die Sportkleidung genauer an

Aber was ist eigentlich so schlecht an synthetischen Fasern?

Wenn der Großteil der Sportartikelhersteller auf synthetische Fasern als Hauptbestandteil setzen, dann kann Kunstfaser ja nicht so bedenklich sein. Schließlich rühmt sich ja jeder mit hervorragender Qualität und erstklassischer Verarbeitung.

Ich wurde schnell eines besseren belehrt. Neben den altbekannten Nachteilen, dass sich synthetische Fasern elektrisch aufladen, sehr wenig Feuchtigkeit aufnehmen und unangenehme Gerüche wie Schweiß eher fördern als unterbinden, (aaah, jetzt ist einiges klarer) enthält es richtig viel Plastik. Bei jedem Waschgang lösen sich die Fasern aus den Textilien und die winzig kleinen Plastikteilchen, auch Mikroplastik genannt, gelangen über das Abwasser in die Meere. Laut Greenpeace ist der Anteil an Polyester in Textilien den letzten Jahren auf bis zu 60% gestiegen, was angesichts des natürlichen Kreislaufes sich auf die gesamten Lebewesen fatal auswirkt.

Doch welche Alternativen gibt es zu Kunstfasern?

Schnell wurde mir klar, dass ich nach Alternativen zu Kunstfasern suchen wollte. Was gibt es sonst noch am Markt für Fitnesssportkleidung?

Lyocell Faser/ Tencel: Tencel wird ursprünglich aus Holz gewonnen und über mehrere Arbeitsschritte zu Lyocell Fasern weiterverarbeitet. Lyocell Fasern sind unglaublich sanft auf der Haut und die Kleidung fühlt sich an wie eine zweite Haut. Sie ist atmungsaktiv und verfügt über eine großartige Thermoregulierung weshalb dich die Kleidung im Sommer kühlt und im Winter wärmt. Aufgrund der einzigartigen Faserstruktur trocknet die Kleidung vergleichsweise sehr schnell und unangenehme Gerüche können gar nicht erst entstehen. Zudem achtet die Herstellerfirma Lenzing AG auf einen durchwegs nachhaltigen Produktionsprozess.

Bio Baumwolle: Einige Anbieter natürlicher Sportkleidung setzen auf Bio Baumwolle  als chemiefreie Option zu synthetischen Fasern. Sie ist zudem atmungsaktiv und biologisch abbaubar. Solltest du zu jenen gehören, die viel schwitzen, ist reine Baumwolle nicht die beste Option, da sich das Material relativ schnell mit Feuchtigkeit vollsaugt und nicht so schnell wieder abgibt, weshalb dir nach dem Training schnell kalt werden könnte.

Merino Wolle: Die Wolle ist ein reines Naturprodukt und wird vom Merino Schaf gewonnen. Merino Schafe haben ihren Ursprung in den nordafrikanischen Hochebenen weshalb ihr Fell sich perfekt auf Naturschwankungen von – 20 bis +35 Grad angepasst hat. Merino Wolle ist für die außerordentliche Themoregulierung bekannt und ist unglaublich sanft auf der Haut.

Hanffaser: Hanffasern sind wie Lyocell Fasern vegan und haben einen biologischen Ursprung. Auch Hanffasern verfügen über eine gute Feuchtigkeitsaufnahme und kühlen im Sommer und wärmen im Winter. Hanffasern sind relativ steif im Vergleich zu anderen Naturfasern, weshalb es sich für Sportkleidung nicht zur Gänze eignet.

Nach etwas Recherche wurde mir klar, dass es schon einige Anbieter von Sportkleidung aus Naturfasern gibt, wenn auch großteils im Bereich Yoga und Outdoor. Preislich ist es etwas höher angesetzt, als Sportkleidung aus Kunstfasern, was aber aus den höheren Herstellungskosten resultiert.

Mein persönliches Fazit

In den letzten Trainingswochen hab ich Sportkleidung aus Tencel probiert und bin restlos begeistert. Die Kleidung fühlt sich an wie eine zweite Haut, ich brauch nicht sofort einen Pulli wenn ich auskühle und unangenehme Gerüche kommen so gut wie nicht mehr vor.

Es lohnt sich definitiv, mal einen Blick auf die alltäglichen Dinge zu richten und mal zu hinterfragen ob es das wert ist. Ich für meinen Teil werde in Zukunft viel mehr darauf achten, aus was meine Kleidung besteht und vor allem wie sie entstanden ist.

Ein Portrait einer Athletin
GASTBEITRAG VON CHRISTINA

Christina liebt Crossfit, Sarkasmus und Serienmarathons. 

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